„Museum im Vorwerk“ erhält zwei wertvolle Exponate

Wolfgang Weitz berät „Museum im Vorwerk“ seit dessen Gründung

Bericht und Bild: Dieter Graulich

Zwei wertvolle historische Jagdwaffen erhielt das „Museum im Vorwerk“ jetzt von Wolfgang Weitz. Der 90-jährige Niddaer übergab eine doppelläufige Büchsflinte, die etwa in den Jahren 1880 bis 1900 von der Firma Mauser gefertigt wurde und eine sogenannte Vogelflinte aus der spanischen Waffenschmiede Eibar aus den Jahren zwischen 1880 und 1890, an Bürgermeister Edwin Schneider, Andreas Rüb, den Vorsitzenden des Fördervereins „Museum im Vorwerk“ und an Peter Kraus den langjährigen Vorsitzenden, der immer noch beratend für die Abteilung Jagd und Forsten im Museum zuständig ist.

Weitz wies dabei darauf hin, dass gerade die doppelläufige Büchsflinte etwas Besonderes sei, da sie neben dem 11 mm Kugellauf einen Schrotlauf als Damastlauf im Kaliber 16/65 habe. Während der Kugellauf aus einem massiven Stahlrohling gefräst wurde, ist der Damastlauf in der Weise hergestellt worden, dass Eisen- oder Stahlstreifen um einen Dorn gewickelt und verschweißt wurden. Aus letzteren Läufen dürfen wegen der geringeren Festigkeit nur gasdruckarme Schwarzpulverpatronen verschossen werden.

Vorsitzender Andreas Rüb, dessen Vorgänger Peter Kraus, Wolfgang Weitz und Bürgermeister Edwin Schneider (von links) bei der Waffenübergabe im Museum

Die Vogelflinte im Kaliber 24, was etwa 14,7 mm entspricht, wurde früher oft von Tiermalern benutzt, die die Vögel schossen, präparierten und dann malten. Heute ist diese Methode längst überholt, da es leistungsstarke Ferngläser gibt, mit den man die Vögel beobachten und auch die kleinsten Details zum Malen erkennen kann.

Beide Exponate sind von einem Büchsenmacher in Fulda unbrauchbar gemacht worden.
Wolfgang Weitz hat das Museum im Vorwerk, seit seiner Gründung im Jahre 1995, interessiert begleitet und manchen guten Rat zur Einrichtung der Jagdabteilung beigesteuert.

Zusammen mit Peter Kraus hat er die Verbindung zum Jagdschloss Kranichstein geknüpft und dafür gesorgt, dass etliche Exponate von dort an das Museum ausgeliehen wurden. Weitz jagdlicher Lebenslauf ist mehr als außergewöhnlich. So legte er bereits im Alter von 14 Jahren die Prüfung zum Jugendjagdschein ab. Somit widmet sich der passionierte Jäger und Jagdhistoriker inzwischen seit 75 Jahren der Jagd. Mehrere Jahre war er Revierpächter im Vogelsberg, jagte aber auch in anderen Ländern Europas.

Bekannt ist Wolfgang Weitz landes- und bundesweit durch sein jagdkulturelles Engagement geworden. So zählt er zum Stifterkreis der Stiftung Hessischer Jägerhof (Jagdschloss Kranichstein), deren Geschäftsführer er nebenberuflich von 1964 bis 1980 war.

Zudem hat Weitz eine Vielzahl jagdgeschichtlicher Publikationen, darunter Werke zur „Sammlung Museum Jagdschloss Kranichstein“, „St. Hubertus in Hessen“, „Aus der Jagdgeschichte des Vogelsberges“ und „Die Niddaer Sauhatz von 1633 des Valentin Wagner“ veröffentlicht. Über die letzten beiden Werke hielt er bei einem „Tag der Jagd“ im Ulrichsteiner Museum einen Vortrag, beziehungsweise initiierte er eine Ausstellung.

Der zuletzt Vorsitzender Richter am Landgericht Meiningen erhielt für sein großes jagdliches Engagement auch zahlreiche Ehrungen. So wurde er bereits 1977 mit der goldenen Ehrennadel des Landesjagdverbandes Hessen, 2006 mit der Verdienstnadel in Gold, der höchsten Auszeichnung des Deutschen Jagdschutzverbandes, ausgezeichnet.

In den Jahren 1972 bis 1977 war er Vizepräsident des Landesjagdverband Hessen, gehörte als Beisitzer dem Landesdisziplinarausschusses an und war Mitglied im Kulturausschuss des Deutschen Jagdschutzverbandes.