Ernst-Eimer-Stube erhält Original Staffelei, Palette und Regenschirm

Die Original-Staffelei mit Palette und einen Regenschirm von Ernst-Eimer übergaben jetzt Andreas Rüb vom Förderverein „Museum im Vorwerk“ in Ulrichstein und dessen Vorgänger Peter Kraus an Ruth Neeb, die die „Ernst-Eimer-Stube“ in der Lohgasse in Groß-Eichen eingerichtet hat. Damit seien die drei Gegenstände des Kunstmaler und Heimatdichter Ernst Eimer wieder in die „Heimat“ zurückgekehrt.

Ernst-Eimer-Stube
Andreas Rüb, Ruth Neeb, Christel Wagner und Peter Kraus bei der Übergabe der Original Exponate an die „Ernst-Eimer-Stube“

Wäre die Pfarrerstochter Ruth Neeb nicht im Jahre 2000 nach Groß-Eichen gezogen, sähe es um die regionale Pflege des Erbes von Kunstmaler und Heimatdichter Ernst Eimer traurig aus. Mit unermüdlichem Engagement und mit großem Sachverstand sorgte und sorgt sie auf bewundernswerte Weise ehrenamtlich dafür, dass sein Wirken im Gedächtnis bleibt. Auslöser für dieses Engagement war das von ihrem Mann gelesene Kinderbuch „Christian der Dorfjunge“.

Der Kunstmaler mit seinem Raben Daniel
Skizze: Der Kunstmaler mit seinem Raben Daniel

Ihr Mann bat sie nach dem Umzug in den Vogelsberg einmal nach weiteren Werken von Ernst Eimer zu suchen. Von der im Geburtshaus des Künstlers lebenden Nichte, Erna Schombert, erhielt sie dann viele wertvolle Informationen. Sie nahm den Kontakt zu den Museen auf, in denen viele Eimer-Bilder ständig ausgestellt sind, wie zum Beispiel: Lauterbacher Hohhaus-Museum, Siftung Wienold; Oberhessisches Museum Gießen, Regionalmuseum Alsfeld, Heimatmuseum Fridericianum Laubach und das Museum im Vorwerk Ulrichstein. Sie recherchiert bei den Nachkommen und Freunden des Malers, folgte den Spuren seines Nachlasses, sammelt alles das, was in vergessenen Schubladen ruht, verhandelte mit der Gemeinde und lässt beschädigte Gemälde restaurieren. In den Jahren 2002 und 2003 hat sie sich dafür engagiert, dass drei große Eimer-Ausstellungen stattfinden konnten, 2002 in Laubach/Hessen und in Lauterbach/Hessen sowie 2003 im Hessenpark Neu Anspach. Im Hessenpark widmete eine überregionale Tageszeitung der Ausstellung einen großen Artikel mit der Überschrift: Ein Vogelsberger van Gogh. Freilichtmuseum Hessenpark präsentiert den Maler Ernst Eimer.

Ausgestopfte Saatkrähe
Ausgestopfter Raabe, der eigentlich eine Saatkrähe ist

Ruth Neeb war auch die Organisatorin und Schirmherrin der Ernst-Eimer-Feier, die in Groß-Eichen am 16. Juli 2006 stattfand.
Im Pfarrhaus Groß-Eichen hat sie von der Kirchengemeinde einen Raum zur Verfügung gestellt bekommen, der inzwischen zur „Ernst-Eimer-Stube“ eingerichtet wurde. Unterstützung hatte sie dabei von Joachim Horst (Ruppertenrod).
Die „Ernst-Eimer-Stube“ beinhaltet inzwischen rund 20 Bilder, zahlreiche Bücher, Zeichnungen und Skizzen des bekannten Kunstmalers. Sogar sein „Rabe“ Daniel ist dabei enthalten. Die zahme Saatkrähe saß viel bei ihm auf der Schulter oder auf der Staffelei.
Ruth Neeb und Christel Wagner, die Vorsitzende des am 14. Juli dieses Jahres gegründeten „Kunst- und Kulturverein der Ernst-Eimer-Freunde“ dankten abschließend Andreas Rüb und Peter Kraus für die Überlassung der Exponate. Langsam fülle sich jetzt der Ausstellungsraum. Die Original-Exponate im „Museum im Vorwerk“ wurden zuvor durch Duplikate ersetzt.
Erfreut zeigte sich Frau Neeb auch über die Hilfe von Christiane Hedtke, eine der Enkelinnen von Ernst Eimer, über die Leihgabe von mehreren Bilder.
Die „Ernst-Eimer-Stube“ soll Anfang September nun offiziell eingeweiht werden.

Pressebericht und Bilder: Dieter Graulich