Fotoausstellung DVG " wo gibt´s denn hier Vulkane?"

ULRICHSTEIN Ausstellungseröffnung „Museum im Vorwerk"

Im Vogelsberg gibt es unübersehbare Hinweise aus Vulkane

25.02.19 - „Wo gibt´s denn hier Vulkane?“, diese Frage stellte Bürgermeister Edwin Schneider am Samstagnachmittag den zahlreichen Besuchern bei der Eröffnung der der gleichnamigen Ausstellung im „Museum im Vorwerk“. Wenn man sich unsere Vogelsberger Landschaft so anschaue, könne man auf den ersten Blick wahrlich nicht erkennen, wo hier Vulkane gewesen sein sollten, aber wenn man mit offenen und wachsamen Augen durch unsere Region, dem größten Vulkangebiet Mitteleuropas, unterwegs sei, entdecke man sie, die unübersehbaren Hinweise auf die Vulkane, betonte das Stadtoberhaupt in der neugestalteten Ständerhalle des Museums.

Bürgermeister Edwin Schneider (Mitte) eröffnet mit ...

Uhuklippen

Zwischen 400 und 800 Geotope soll es in der Vulkanregion Vogelsberg geben. Dazu gehörten unter anderem viele Felsformationen, Steinbrücke, Ton-  und Sandgruben.  Die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft (DVG) Sektion Vogelsberg habe schon viel dafür getan und arbeite auch weiterhin daran, dass die Vulkanregion Vogelsberg immer bekannter wird. „Seit nunmehr 12 Jahren gibt es diese Sektion als eingetragenen Verein, Viele Geotope wurden inzwischen von den Kommunen in Zusammenarbeit mit der DVG Sektion VB und dem Geopark ausgewiesen. Hierbei kommt zugute, dass die Finanzierung dieser Inwertsetzungen mit Leadermitteln der EU unterstützt wurde und wird“, so Schneider.

Auch in Ulrichstein wurden sechs Geotope ausgewiesen und auf Tafeln beschrieben. Dies sind der Lindenplatz am Rathaus, der Schlossberg Ulrichstein, die Schleuningsteine, das Gilgbachtal, die Dicken Steine sowie das Museum im Vorwerk. „Ich bin sehr froh, dass wir heute diese Ausstellung in Ulrichstein eröffnen können und hoffe, dass sie zahlreiche Besucher in unser Museum lockt, die sich dann auch noch unser Museum mit der Landwirtschafts- und Jagdausstellung sowie ein Teil des Bohrkerns aus der Versuchsbohrung des Landes, Mitte der 90er Jahre, anschauen können“.

Aktuell sei die Stadt Ulrichstein dabei einen neuen Tiefbrunnen für die Wasserversorgung der Kernstadt niederzubringen. Man sei bei 53,5 Metern Tiefe angekommen und demnächst werden die Bohrarbeiten fortgesetzt, da die gefundene Wassermenge noch nicht ausreicht.

 

Teile diese neuen Bohrkerns sind auf dem Gelände des Hochbehälters neben der Bohrung aufgebaut. Diese vermittelten interessante Einblicke und wurden bereits von der DVG in Augenschein genommen. „Die Bohrkerne sollen für die Nachwelt erhalten und wenn sie auch noch damit verbunden sind, dass wir eine nachhaltige Wasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte für die Kernstadt gesichert haben, werden sie ein wichtiger Bestandteil der Geschichte Ulrichsteins werden“, so Bürgermeister Schneider.

„Wir haben der Ausstellung den Untertitel „Spurensuche im Vogelsberg“ gegeben. Damit wollen wir deutlich machen, dass es nicht immer einfach ist, die Zeugnisse der Erdgeschichte zu erschließen“, sagte Kerstin Bär, Vorsitzende der Sektion Vogelsberg der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft (DVG). Die Bilder seien während verschiedener Exkursionen entstanden. Keines der Bilder sei in größerem Umfang nachbearbeitet worden. Sie lieferten authentische Blicke auf und in den Vogelsberg, erläutert Bär.

 

In einem Begleitheft ist jedes Bild einzeln erläutert. Die Ausstellung ist in mehrere Kapitel unterteilt, von Lavaströmen über Schlote bis hin zu verschiedenen Arten explosiver Ausbrüche von Vulkanen. Beschreibungen und Bilder aus heute noch aktiven Vulkangebieten leiteten jedes Kapitel ein, sodass man Vergleiche mit dem Vogelsberg ziehen könne. Damit biete das Begleitheft auch vielfältige Infos über den Vogelsberg und eine inhaltliche Ebene, die bei einfachen Stimmungsbildern fehlt. Im Begleitheft sind auch die Bildautoren zu finden, die alle Mitglieder des Leitungsteams der DVG-Sektion oder als DVG-Ortsbeauftragte unterwegs sind. Das Begleitheft soll demnächst in einer größeren Anzahlgedruckt werden, damit es die Besucher der Ausstellung mit nach Hause nehmen könnten